Betrieb & Recht

Speisekarte erstellen

Venuqo Redaktion· 8 Min. Lesezeit· Aktualisiert August 2026

Kurzantwort

Eine Speisekarte entsteht in drei Schritten: Erst die Pflichtangaben klären, dann die Gerichte ordnen, zuletzt die Form wählen. In der Schweiz sind Preise mit Mehrwertsteuer-Hinweis, die Herkunft von Fleisch und Fisch sowie ein Hinweis auf Allergen-Auskunft vorgeschrieben; seit 2025 kommen das Produktionsland von Brot und die Kennzeichnung bestimmter Tierprodukte dazu. Danach entscheidet sich, ob gedruckt, digital — oder beides.

Was in der Schweiz auf die Karte muss

Die Gestaltung ist frei, der Inhalt nicht. Bevor es um Schrift und Papier geht, lohnt sich der Blick auf die Pflichtangaben — sie sind der Teil, den eine Kontrolle prüft, und der Teil, der bei jeder Kartenänderung wieder stimmen muss.

Preise
Mit Währung und Hinweis auf die Mehrwertsteuer. Alkoholfreie Getränke müssen günstiger angeboten werden als das billigste alkoholische Getränk in vergleichbarer Menge.
Herkunft von Fleisch und Fisch
Produktionsland angeben; bei Fisch zusätzlich das Fanggebiet sowie ob aus Zucht oder Wildfang.
Allergene
Im Offenverkauf genügt ein schriftlicher Hinweis, dass das Personal Auskunft über allergieauslösende Zutaten gibt — die Auskunft selbst darf mündlich erfolgen.
Brot und Feinbackwaren — neu seit 1. Februar 2025
Das Produktionsland muss im Offenverkauf schriftlich deklariert werden. Dauerbackwaren sind ausgenommen.
Verbotene Produktionsmethoden — neu seit 1. Juli 2025
Tierprodukte aus in der Schweiz verbotenen Methoden sind zu kennzeichnen, etwa Stopfleber als «von zwangsernährten Gänsen bzw. Enten gewonnen».
Alkoholabgabe
Die Mindestalter sind auszuweisen: 16 Jahre für Bier und Wein, 18 Jahre für Spirituosen.

Stand: August 2026. Verbindlich sind die Merkblätter der kantonalen Lebensmittelkontrolle und von GastroSuisse — nicht dieser Artikel. Zwei Pflichten sind 2025 neu dazugekommen; prüfe die Liste bei jeder grösseren Kartenänderung.

Wie ihr die Karte aufbaut

Eine Karte ist kein Sortimentsverzeichnis, sondern eine Entscheidungshilfe. Drei Regeln tragen die meisten Betriebe:

Reihenfolge wie im Ablauf

Vorspeisen, Hauptgänge, Beilagen, Desserts, Getränke — und innerhalb der Gruppen von leicht zu schwer. Der Gast liest die Karte wie einen Abend, nicht wie ein Lager.

Kurze Gruppen schlagen lange

Fünf gute Hauptgänge werden schneller und zufriedener gewählt als zwanzig. Wer die Karte kürzt, gewinnt zweimal: Der Gast entscheidet leichter, und die Küche bleibt in der Stosszeit sattelfest.

Beschreiben, was den Unterschied macht

Zwei bis drei Zeilen genügen — Herkunft, Zubereitung, Beilage. Alles darüber liest niemand, und jede zusätzliche Angabe muss beim nächsten Lieferantenwechsel wieder stimmen.

Preise schreiben

Preise stehen am besten direkt hinter dem Gericht statt in einer rechtsbündigen Spalte — eine Preisspalte lädt zum Vergleichen von oben nach unten ein, und der Gast wählt dann nach Zahl statt nach Appetit. Auf Währungszeichen und Nachkommastellen kann verzichtet werden, wenn die Karte an anderer Stelle klar sagt, dass Preise in Franken inklusive Mehrwertsteuer gelten.

Wichtiger als jeder Gestaltungstrick ist, dass die Preise stimmen. Eine gedruckte Karte mit übermalten Beträgen kostet mehr Vertrauen, als der Nachdruck gekostet hätte.

Drucken, digital — oder beides

Gedruckt hat seinen Wert: Die Karte liegt auf dem Tisch, wirkt im Schaufenster und funktioniert ohne Handy. Ihr Preis ist die Unbeweglichkeit — jede Preisänderung, jedes ausverkaufte Gericht und jede neue Deklarationspflicht bedeutet einen Nachdruck.

Digital dreht genau das um: Änderungen sind sofort sichtbar, Bilder und Allergene brauchen keinen Platz, und Ausverkauftes lässt sich ausblenden statt durchstreichen. Viele Betriebe fahren deshalb zweigleisig — eine gedruckte Kernkarte, die selten wechselt, und daneben eine digitale Karte für Tagesangebote und Verfügbarkeit.

„Die Gestaltung entscheidet, ob die Karte gefällt. Die Pflege entscheidet, ob sie in einem halben Jahr noch stimmt.“

Häufige Fragen

Was muss in der Schweiz zwingend auf der Speisekarte stehen?
Pflicht sind: Preise mit Währung und Mehrwertsteuer-Hinweis, die Herkunft von Fleisch und Fisch (bei Fisch zusätzlich Zucht oder Wildfang), ein Hinweis, dass über allergieauslösende Zutaten Auskunft gegeben wird, seit Februar 2025 das Produktionsland von Brot und Feinbackwaren im Offenverkauf sowie seit Juli 2025 die Kennzeichnung von Tierprodukten aus in der Schweiz verbotenen Produktionsmethoden. Verbindlich sind die Merkblätter der kantonalen Lebensmittelkontrolle und von GastroSuisse.
Muss ich alle Allergene einzeln auf die Karte schreiben?
Nein. Im Offenverkauf genügt ein schriftlicher Hinweis, dass das Personal über allergieauslösende Zutaten Auskunft gibt — die Auskunft selbst darf mündlich erfolgen. Wer die Allergene trotzdem je Gericht ausweist, erspart dem Service Rückfragen und dem Gast ein Verhör am Tisch.
Wie baue ich eine Speisekarte sinnvoll auf?
In der Reihenfolge, in der bestellt wird: Vorspeisen, Hauptgänge, Beilagen, Desserts, Getränke — innerhalb der Gruppen von leicht zu schwer. Kurze Gruppen sind besser als lange: Wer zwischen fünf Hauptgängen wählt, entscheidet schneller als bei zwanzig. Beschreibungen bleiben knapp und nennen das, was den Unterschied macht: Herkunft, Zubereitung, Beilage.
Speisekarte drucken oder digital?
Beides hat seinen Ort. Gedruckt wirkt am Tisch und im Schaufenster; digital ist aktuell, kostet beim Ändern nichts und trägt Bilder, Allergene und Übersetzungen ohne Platzproblem. Viele Betriebe fahren zweigleisig: eine gedruckte Kernkarte, die selten wechselt, und eine digitale Karte für Tagesangebote und Ausverkauftes.
Was kostet eine Speisekarte?
Beim Druck entstehen Kosten pro Auflage — und noch einmal bei jeder Preisänderung. Eine digitale Karte ist bei Venuqo dauerhaft gratis: anlegen oder aus CSV/Excel importieren, QR-Code drucken, fertig. Änderungen sehen Gäste sofort, ohne Nachdruck.